Im Museumsdorf Niedersulz (3BK)

Das Museumsdorf Niedersulz (www.museumsdorf.at) im Weinviertel ist das größte Freilicht-Museum Niederösterreichs und entstand aus einer Privatinitiative des Josef »Pepi« Geissler im Jahre 1977. Der gelernte Maurer und Kirchenrestaurator trug aus dem ganzen Land dem Verfall preisgegebene Vergangenheit zusammen und erweckte diese in seiner Heimatgemeinde Niedersulz zu neuem Leben. Mittlerweilen ist das Dorf auf 22 Hektar angewachsen und umfasst 80 Gebäude: Bürgerhäuser mit gemütlichen Innenhöfen, Handwerker- und Kleinhäusler-Häuser, vor denen blühende Vorgärten zum Eintreten einladen, Gasthöfe und Wirtshäuser, ein lebender Bauernhof samt Taubenkobel, typische Weinviertler Presshäuser in einer eigens angelegten Kellergasse, Schüttkästen, Kapellen, ein Friedhof, Querschuppen und Längsstadel und viele weitere sehenswerte Bauwerke, welche allesamt Kunstwerke darstellen. Josef Geissler wurde dafür im Jahre 2007 der Professor-Titel verliehen, 2011 ging er in Ruhestand. Das Museumsdorf ist vor einigen Jahren in eine Stiftung eingebracht worden und wird nunmehr von einer Betriebsgesellschaft geführt.

Im Idyll des Museumsdorfs kann man sich entspannen und gleichzeitig fortbilden: Wir erfuhren etwa im Rahmen der Führung, warum man früher in den Gasthäusern über Nacht die Schanktheke absperren musste, dass Kühlschränke auch ohne Strom funktionieren können, warum der Greißler auch ein »Ladlschupfer« war, warum es die religiöse Erneuerungsbewegung der Hutterer ins Weinviertel verschlug, warum man die Frauenminze als »Schmeckblattl« ins Gebetsbuch legte, dass Lavendel gegen Liebeskummer hilft, warum man manche Mädchen »vom Fleck weg« heiraten sollte, dass Fußfesseln nicht elektronisch sein müssen, dass Butter gerührt und geschüttelt werden kann, dass ein Press-Haus nichts mit Press-Wurst zu tun hat, warum man einem Truthahn mit langer Glockennase besser aus dem Weg gehen sollte und nicht zuletzt, dass Schulen früher auch ohne Laptop ganz gut funktionierten.

 

Schulschluss-Tage, 20.6.2014 - 3BK mit Prof. Sattlegger